h.yurén ©2006


stichwort-proben aus dem dicksten und teuersten deutschen wörterbuch, das sich "das große" nennt

 

 

   
stichwort täubin
   
kommentar "die; -, -nen: weibl. Taube."
dudens wissen, was sie der weiblichkeit schuldig sind. die damen und herren aus der ddr wussten es offensichtlich nicht; sie kannten zwar das "Täubchen", doch dann drehte sich alles nur um die männlichen "Tauber, Täuber" und "Tauberiche" oder "Täuberiche". von der gleichberechtigung der "Täubinnen" konnte angesichts dieser eindeutigen lexikonlage keine rede sein. gesamtdeutsch, denn die eine "Täubin" im duden macht noch keinen gleichstand in der lexikalischen bilanz.
wie täubisch betäubt müssen aber dudens gewesen sein, wohlgemerkt, über zwei generationen hin, dass sie unter dem lemma "Taube" die phrase dreschen:
" ... sie ist sanft wie eine T. (sehr sanftmütig, friedfertig) ... "
hatten die herrschaften bohnen in den ohren, wenn die tauber sich laut und heftig mit den harten schwungfedern schlugen, bis der rivale in die flucht geschlagen war? waren sie ebenso taub für das durchdringende kruhkruh, das die nämlichen tauber vom milden vorfrühling bis in den hochsommer unermüdlich wie die rasenmäher in die welt dudeln müssen? und schließlich können die gelehrten damen und herren der dudenredaktion nichts gehört haben vom einsatz der "friedlichen" tauben in den kriegen, als es noch haperte mit der funkerei. ganze schlachten hingen vom schnellen flug der kriegsbrieftauben ab, die pünktlich oder eben nicht eine wichtige nachricht übermittelten.
? aberglaube, abrüstung, alkohol, ansicht, meinungsbidung, dohlin, frieden
   
 
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