h.yurén ©2006


stichwort-proben aus dem dicksten und teuersten deutschen wörterbuch, das sich "das große" nennt

 

 

   
stichwort improvisieren
   
kommentar wie zuverlässig und kontrolliert dudens arbeiten, zeigt dieser eintrag.
im 70er-jahre-duden steht in der etymologischen erklärung bereits:
"[ital. improvvisare, zu: improvviso = unvorhergesehen, unerwartet < lat. improvisus, zu: lat. in- = hinein u. providere = vorhersehen] ..."
diese »erklärung« ist von der neuen dudenreaktion wort für wort übernommen worden.
hätten die herrschaften einen flüchtigen blick ins "Herkunftswörterbuch" (aus dem dudenverlag) geworfen, dann hätten sie gefunden:
"Im 18. Jh. aus ital. improvvisare entlehnt, das zu improvviso 'unvorhergesehen, unerwartet' gebildet ist. Das vorausliegende lat. im-pro-visus gehört zu > ²in... und lat. pro-videre 'vorhersehen' (vgl. pro... und Vision). ... "
unter "²in..." schreiben die duden-etymologen:
"(vor Konsonanten angeglichen zu:) il..., im..., ir...: Vorsilbe mit der Bed. 'un..., nicht, ohne', wie in inkorrekt, illoyal, irregulär. Aus gleichbed. lat. in... (< *en...), das urverwandt ist mit > un..."
die lexikografische arbeit lässt praktisch keinen spielraum für improvisationen. sie sollte wie jede andere wissenschaftliche arbeit strikt rational sein und - streng kontrolliert. hier hat die kontrolle versagt. q.e.d.
> alkohol, alleinseligmachend, andacht, ebbes, ewig, streuung
   
 
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