h.yurén ©2006


stichwort-proben aus dem dicksten und teuersten deutschen wörterbuch, das sich "das große" nennt

 

 

   
stichwort tum
   
kommentar in keinem wörterbuch verzeichnet, außer im neuen großen von duden (10 bände).
der verdacht ist begründet, dass die redaktion großzügig war mit den lemmata, um das ziel der 10 vollen bände auf jeden fall zu erreichen.
"-tum, das; -s [mhd., ahd., -tuom, zum Suffix erstarrtes Subst. mhd., ahd. tuom = Macht; Würde, Besitz; Urteil, zu > tun]:
1. bezeichnet in Bildungen mit Substantiven einen Zustand, eine Beschaffenheit, Eigenschaft oder ein Verhalten von jmdm.: Chaotentum, Erpressertum, Profitum.
2. bezeichnet in Bildungen mit Substantiven eine Personengruppe: Bürgertum.
3. bezeichnet in Bildungen mit Substantiven das Territorium von jmdm.: Scheichtum, Herzogtum."
in dem eintrag ist viel luft, wodurch der verdacht der zeilenschinderei nur verstärkt wird. wörtliche wiederholungen blähen den text unnötig auf.
ist es purer zufall, dass die drei beispiele für die erste bedeutungsvariante allesamt kein eigenes lemma im großen wörterbuch haben? nein, ist es nicht. es handelt sich um journalistenjargon ohne gebrauchswert.
dagegen dokumentieren dudens noch die etwas angegammelten wortbildungen "Deutschtum" und "Menschentum". vor hundert jahren, etwa bei oswald spengler, noch geläufig, sind die muffigen vokabeln längst lexikonleichen. wie übrigens auch das "Heldentum".
gehalten haben sich aber die lemmata, die um den besitz kreisen wie das genannte "Bürgertum", das "Eigentum" und der "Reichtum" wie auch das "Scheichtum" und das "Herzogtum". sie alle sind durch marx und engels ins gerede gekommen. ihre zeit ist wohl auch bald abgelaufen.
bleibt das wort "Irrtum" der fels in der brandung.
für alle genannten beispiele wäre die wortfrequenz aufschlussreich, aber da will man bei dudens auf keinen fall ran.
> alkohol, alleinseligmachend, deutschtum, eigentum, menschentum
   
 
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