h.yurén ©2006


stichwort-proben aus dem dicksten und teuersten deutschen wörterbuch, das sich "das große" nennt

 

 

   
stichwort pauker
   
kommentar im wörterbuch der ddr hat das lemma 2 bedeutungen:
"1. (Schülerspr. veraltend) Lehrer: wir büffelten, ochsten für den Pauker, für die Penne (Sprachwart 1964).
2. Paukenschläger.
[zu 1: Arsch-, Einpauker]"

dudens damals:
"[gek. aus Arschpauker, eigtl. = jmd., der beim Unterrichten den Arsch der Schüler versohlt]: 1. Paukist. 2. (Schülerspr.) a) Lehrer; b) Schüler, der viel paukt."

neududens bleiben bei dem eintrag, füllen nur unter 2a das zitat ein:
"warum bläst du ihn dann zum Philologen auf? 'n gewöhnlicher P. war er also (Prodöhl, Tod 167)."

die prügelpädagogik hat ihren paukerischen namen offenbar von dem instrument, das geschlagen wird und laut ist.
vorher hatten bereits studenten ihre schlagenden übungen nach demselben instrument und aus denselben gründen benannt.
am anfang war das eindrucksvolle schlaginstrument. aber die schlagenden studentenverbindungen leisteten wahrscheinlich kräftige hilfestellung bei der wortschöpfung des "pauker", wobei das militär wiederum vermittelnd in beiden bereichen in erscheinung trat, in den paukaktivitäten der studenten wie in der schule der neuen schulpflicht mit veteranen als paukern.
pauker ist in des wortes eigenster bedeutung ein schlagwort. ein gutes grunddeutsches schlagwort. schön laut "mit pauken und trompeten".
warum dudens sich in diesem fall gar nicht um die wortgeschichte kümmern, die doch nicht selten zum hauptteil der erläuterung gemacht wird, ist eine frage.
> alkohol, fahne, sport, militaria, hierarchie, herrenmoral, ochlokratie
   
 
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