h.yurén ©2006


stichwort-proben aus dem dicksten und teuersten deutschen wörterbuch, das sich "das große" nennt

 

 

   
stichwort der große
   
kommentar zwerghistoriker-orden, zuerst dem mazedonischen welteroberer alexander an die brust geheftet, später hauptsächlich christlichen heerführern wie konstantin, karl und otto, ausnahmsweise auch einmal einer herrscherin wie der russischen zarin katharina, denn in den zweieinhalb jahrtausenden abendländischer geschichtsschreibung ging es um die großen männer, die geschichte machen.
das ist gar nicht mal so verkehrt, vielmehr angemessen, wenn man weiß, dass der krieg der vater aller dinge ist in der staatlichen ära und dass die kriegführung, von ausnahmen wie jeanne d'arc abgesehen, männersache ist. die paar soldatinnen in der bundeswehr können das bild der 6000-jährigen geschichte nicht überpinseln.
historiker, lehrer, publizisten und politiker, die noch immer selbstverständlich den beinamen "der Große" gebrauchen, verherrlichen die gewalt der bekannten herrscher und verstoßen damit nicht nur gegen den passus im gesetz, sondern verraten zugleich den unterentwickelten zustand ihres bewusstseins und gewissens. alte gewohnheiten sind selten zukunftsfähig.
im alten duden fehlte das lemma "Gewaltverherrlichung". was für ein zufall!
der neue hat's. schreibt aber den sogenannten großen etwas anderes zu:
"von besonderer Fähigkeit, Qualität; bedeutend; berühmt: ... Katharina die Große (Abkürzung: d.Gr.)..."
dass die wahl auf die russische katharina fiel, hat doch nicht etwa mit der frauenquote zu tun...
aber das stand schon im alten duden, in dem die gewaltverherrlichung noch nicht vorkam. wundersam.
> abrüstung, aufklärung, brauch, frieden, kampfkultur, schutztruppe, staatliche ära, weltgeschichten
   
 
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