h.yurén ©2006


stichwort-proben aus dem dicksten und teuersten deutschen wörterbuch, das sich "das große" nennt

 

 

   
stichwort vaterlandsliebe
   
kommentar im duden steht dazu:
"(geh., oft emotional) Liebe, Gefühl der Zugehörigkeit zum eigenen Vaterland; Patriotismus."
auch die lemmata "Vaterland", "vaterländisch" und natürlich auch "vaterlandsliebend" tragen den vermerk: gehoben und oft emotional.
das gehobene an diesem wortgebrauch ist ein hinweis auf die mangelnde bodenhaftung. das gefühl ist eindeutig flach national. so identifiziert sich ein hooligan mit seinem verein.
das hohle an der gehobenen sprache kommt von der unmöglichkeit her, sich mit einer fremden masse zu identifizieren; die reale fremdheit wird emotional zugedeckt, damit die illusion nicht gestört wird, die schillernde seifenblase des hochgefühls nicht platzt.
genauso ist es unmöglich, unbekannte menschen zu hassen. patriotisch gesinnte haben die gabe, auch diese hürde im gefühl zu überspringen. die liebe zur eigenen nation schließt die liebe zur anderen aus, ist vielmehr die basis für den hass gegen die fremden jenseits der nationalen grenzen, wenngleich es innerhalb dieser grenzen ebenfalls fast nur fremde gibt.
schließlich schafft es der entflammte patriotismus oder die vaterlandsliebe sogar, den instinkt zur selbsterhaltung zu überwinden, sodass der nationalist sich für das vaterland opfert.
dazu schrieb der römische dichter horaz den passenden vers: "Dulce et decorum est pro patria mori."(süß ist es und aller ehren wert, fürs vaterland zu sterben.)
> feind, menschenmaterial, patriot, volk
   
 
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