h.yurén ©2006


stichwort-proben aus dem dicksten und teuersten deutschen wörterbuch, das sich "das große" nennt

 

 

   
stichwort ebenbürtig
   
kommentar nicht wenige wörter tragen unter der harmlosen decke des gegenwärtigen sinns die erinnerung an widerwärtige verhältnisse mit sich herum. die haben es in sich, wie man so sagt.
heute heißt ebenbürtig nur noch so etwas wie gleich, gleichwertig, gleich stark. früher stand es für die gleiche geburt oder abstammung aus der oberschicht. die sogenannten adelsfamilien legten größten wert darauf, dass der nachwuchs ebenbürtig heiratete. nur so war gewährleistet, dass die kindeskinder hochwohl geboren würden und ihre vorrechte gegenüber dem gemeinen volk behielten.
familiensinn, gruppen-egoismus und systemkonformität zogen am gleichen strang. die gleichheit innerhalb der adelsschicht implizierte das gesellschaftliche system der größten ungleichheit.
im gegensatz zum wörterbuch der ddr stellt der duden die historische bedeutung voran und kann sich den jauchzer über die "vornehme" geburt und abstammung nicht verkneifen:
"(früher) von gleicher vornehmer Abkunft."
> adel, anarchie, antiquiert, ererbt, gleichheit, herr, herrschaft, hoheit, majestätsbeleidigung
   
 
<< mehr auf www.weltwissen.com drucken >

 

 

impressum