h.yurén ©2006


stichwort-proben aus dem dicksten und teuersten deutschen wörterbuch, das sich "das große" nennt

 

 

   
stichwort n.b.w.u.g.
   
kommentar die formel "nach bestem wissen und gewissen" ist eine beteuerung oder erwartung, wo es um jemandes tun und lassen geht.
im duden erscheint die wendung unter den 'hauptwörtern' "Wissen" und "Gewissen", nicht aber unter dem lemma "best".
das relativum war vielleicht kein gleichwertiger anknüpfungspunkt, falls in den köpfen der lexikografen noch ein unbewusster rest vom barocken 'hauptwort' herumgeistert, das mehr aufmerksamkeit (und die großschreibung) verdiente als so ein akzidentelles attribut.
doch in dieser redewendung trägt das adjektiv das hauptgewicht. nicht das profunde wissen des ausgewiesenen experten ist hier gemeint, auch nicht das unbestechliche gewissen der durch ethisch vorbildliche taten ausgezeichneten persönlichkeit, sondern bloß das subjektiv ehrliche bemühen einer x-beliebigen person.
was auf den ersten blick nach maximaler leistung aussieht, schwindet auf den zweiten blick zum minimalen bekenntnis.
das quantum an wissen ist bei examen durchaus ein thema, das quantum an gewissen nicht; es ließe sich auch kaum auf dem papier überprüfen. ein oder der systemfehler.
> autorität, ethik, gewissen, hauptwort, hierarchie, leistungsgesellschaft, moral, selbstkontrolle, vernunft und gewissen, vorgesetzte, wirtschaftsethik
   
 
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