h.yurén ©2006


stichwort-proben aus dem dicksten und teuersten deutschen wörterbuch, das sich "das große" nennt

 

 

   
stichwort militaria
   
kommentar das wort, das einen reim auf malaria bildet und aus einer weltregion stammt, in der die krankheit sehr verbreitet war, hatte laut lateinischem wörterbuch die bedeutung:
"militärische Übungen."
im deutschen erfuhr die vokabel einen sinneswandel. wenn dem alten duden (70er jahre) zu trauen ist, stand es seinerzeit für
"Bücher über das Militärwesen".
zu anfang des jahrhunderts verstand man laut "Heyse's Fremdwörterbuch" noch allgemein
"Soldatensachen, Kriegsdienstsachen" darunter.
dem nähert sich der neue dicke duden wieder:
"1.(Buchw.): Bücher über das Militärwesen.
2.Sammelobjekte verschiedenster Art aus dem militärischen Bereich.
3.(veraltet) Angelegenheiten des Heeres."
im weitesten, aber keineswegs überdehnten sinn handelt es sich bei der beschäftigung mit landserheften, stahlhelmen etc. um militärische übungen.
die dudenmannschaft macht auf ihre art mit bei den paramilitärischen spielen. sie sammelt keine uniformlappen oder eisernen kreuze, dafür aber "Kriegs-"lemmata. so schöne stücke wie "Kriegsabenteuer", "Kriegsdichtung", "Kriegsglück", "Kriegsheld", "Kriegskunst", "Kriegslust", "Kriegsruhm".
nur die "Kriegskunst" gilt den wortverwaltern als "veraltend". wohlgemerkt, "veraltend", nicht aber "veraltet".
"Kriegsglück" und "Kriegsheld" klingen in den ohren der kompilatoren "gehoben", nicht himmlisch, nein, nein, aber doch ziemlich hoch.
> gute sitten, kollateralschaden, militärforschung, staat
   
 
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