h.yurén ©2006


stichwort-proben aus dem dicksten und teuersten deutschen wörterbuch, das sich "das große" nennt

 

 

   
stichwort fachchinesisch
   
kommentar das, was keiner versteht, das ganz unverständliche gerede, wird traditionell gern mit sprachen gleichgesetzt, die dem sprecher fremd sind.
das war schon bei den alten griechen so, die jemanden einen barbaren schimpften, der kein griechisch sprach. wie man weiß, hatte die abstempelung die zusätzliche bedeutung von ?roh, ungehobelt, ungebildet, kulturlos?.
dem griechischen vorbild mussten die späteren europäer fraglos folgen. so war vom kauderwelsch die rede, vom fremdsprachenunterricht, vom jägerlatein und schließlich vom fachchinesisch.
ob aber altgrieche oder später abendländer, immer fiel die abwertende rede auf den redner zurück; denn er machte das eigene gewäsch und den eigenen engen horizont zum maß aller dinge.
die schamröte über die eigene beschränktheit trieb es den kulturfaschisten nie ins gesicht.
dudens findens verständlich:
"(abwertend): dem Laien, Außenstehenden unverständlich erscheinende Sprache, Ausdrucksweise von Fachleuten: Die Expertenrunde machte überdeutlich, dass mit dem F. der Insider der Endverbraucher kaum ... aufzuklären ist (CCI 1, 1986, 4)."
im wörterbuch der ddr fehlanzeige, ebenso in der vorigen dudenausgabe.
> ausländer, barbar, benaut, ebbes, ererbt, erstsprache, eskimoisch, fremdenfeindlich, fremdwort, gute sitten, hauptwort, muttersprache, nachbarsprache
   
 
<< mehr auf www.weltwissen.com drucken >

 

 

impressum